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Manuskriptkultur im Osmanischen Reich und der Republik Türkei

Manuskriptkultur im Osmanischen Reich und der Republik Türkei 2017-08-02T16:41:04+00:00

 

Manuskriptkultur im Osmanischen Reich und der Republik Türkei

Verantwortlich: Prof. Dr. Raoul Motika

Hauptkooperationspartner: Universität Hamburg, SFB 950 „Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa“

Laufzeit: Seit 2011

Der Forschungsschwerpunkt wird in enger Kooperation mit dem SFB 950 der Universität Hamburg aufgebaut, an dem R. Motika seit 2011 als Projektleiter beteiligt ist. Nach der positiven Entscheidung der DFG wurde der SFB mitsamt einem neuen Teilprojekt von R. Motika im Mai 2015 für weitere vier Jahre verlängert. Da Forschungsansätze, die sich in erster Linie mit der Materialität von Handschriftenkulturen beschäftigen und das auch noch komparativ in der Türkei weitgehend unbekannt sind, sollen türkische Forscherinnen und Forscher mit dieser neuen Forschungsrichtung vertraut gemacht werden. Dazu soll ein deutsch-türkisch-internationales Netzwerk aufgebaut werden, das auch eng mit der eher auf arabische Manuskripte orientierten „The Islamic Manuscript Association“ (TIMA) zusammenarbeitet. Zentral ist aber die enge Zusammenarbeit mit dem SFB 950, die im Juni 2016 mit einem formalen Kooperationsvertrag besiegelt wurde. Gemeinsam organisiert und veranstaltet wurde im Februar 2016 in Istanbul auch eine gemeinsame Winterakademie. Des Weiteren wurden bereits jetzt gemeinsame Stipendien ausgeschrieben, so dass ab 2016 ein von R. Motika betreuter türkischer Doktorand für drei Jahre an das Graduiertenkolleg des SFB 950 an die Universität Hamburg gehen wird.

Vorlesen, Memorieren und Notieren: Manuskripte in alevitischen Dorfgemeinschaften Anatoliens (Teilprojekt im SFB 950 Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa, Universität Hamburg)

Verantwortlich: Prof. Dr. Raoul Motika & Janina Karolewski, M.A.

Laufzeit: 2015–2019

Kooperationspartner:  Orient-Institut Istanbul

Das Teilprojekt des SFB 950 (2015–2019), das in enger Kooperation mit dem OII durchgeführt wird, widmet sich der Manuskriptkultur in alevitischen Dorfgemeinschaften Anatoliens, die bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts gering alphabetisiert waren. Die Verwendung der Manuskripte beim Lernen und Lehren vornehmlich religiöser Inhalte wird anhand von vierzehn privaten Manuskriptsammlungen untersucht. Es werden die Geschichte, die Zusammenstellung und der Kontext der Sammlungen erforscht, um darauf aufbauend den Gebrauch der Manuskripte in kulturellen Praktiken zu studieren. So wird gefragt, wer welche Manuskripte schrieb bzw. benutzte; wie die unterschiedlichen Sammlungen zur Bewahrung und Vermittlung von Wissen beitrugen; ob Gebrauchsformen der Handschriften wie Vorlesen, Memorieren und Notieren ihren Inhalt oder ihr Erscheinungsbild beeinflussten und falls ja, in welcher Form.
Centre for the Study of Munuscript Cultures – Projekte

Buyruk-Manuskripte im Alevitentum: Sammelhandschriften als Träger und Vermittler religiösen Wissens zwischen Schriftlichkeit und Oralität (Teilprojekt im SFB 950 Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa, Universität Hamburg)

Verantwortlich: Prof. Dr. Raoul Motika & Janina Karolewski, M.A.

Laufzeit: 2011  ̶ 2015

Kooperationspartner: Orient-Institut Istanbul

Das Teilprojekt des SFB 950 Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa (1. Phase Herbst 2011–Herbst 2015) an der Universität Hamburg untersucht die Beschaffenheit und Funktion von ca. 30 einbändigen, Buyruk genannten Sammelhandschriften (multiple-text manuscripts; spätes 18. Jh. – frühes 20. Jh.), die religiöses Wissen im mündlich dominierten Kontext alevitischer Gemeinschaften bewahr(t)en und vermittel(te)n. Eine inhaltlich-manuskriptologische, sprachliche, paläographische und materialbezogene Analyse ermittelt die Charakteristika dieser ‚autonomen’ Manuskriptkultur insbesondere bezüglich der Wissensorganisation, der Tradierungswege und –techniken sowie der Textkompilation, auch um deren Veränderungen im Abgleich mit dem sozial-kulturellen Kontext nachverfolgen zu können.

Centre for the Study of Munuscript Cultures – Projekte

Corpus Musicae Ottomanicae

Verantwortlich: Prof. Dr. Ralf Martin Jäger, Dr. habil. Martin Greve & Prof. Dr. Raoul Motika

Laufzeit: Oktober 2015 – September 2022 / September 2027

Hauptkooperationspartner: Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Unterstützt von: DFG

Dieses Forschungsprojekt ist im musikwissenschaftlichen Forschungsfeld angesiedelt, beinhaltet aber auch viele Überschneidungen mit dem Forschungsschwerpunkt „Manuscript Cultures“.

Musik im Osmanischen Reich und der Türkei

Editing Post-Byzantine Notations

Verantwortlich: Dr. Kyriakos Kalaitzidis, Dr. habil. Martin Greve

Laufzeit: Seit Oktober 2016

Unterstützt von: Alexander Onassis Foundation

Dieses Forschungsprojekt ist im musikwissenschaftlichen Forschungsfeld angesiedelt, beinhaltet aber auch viele Überschneidungen mit dem Forschungsschwerpunkt „Manuscript Cultures“.
Religionsgeschichte Anatoliens

Winter Academy 2016: Manuscript Cultures in Exchange, Coexistence and Isolation

Verantwortlich: Prof. Dr. Raoul Motika & Janina Karolewski, M.A.

Veranstaltungsdatum: 22. – 26. Februar 2016

Hauptkooperationspartner: SFB 950 Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa, Universität Hamburg

Vom 22. bis 26. Februar 2016 veranstaltete das Orient-Institut Istanbul gemeinsam mit dem Centre for the Study of Manuscript Cultures (CSMC) der Universität Hamburg und in Kooperation mit der Islamic Manuscript Association (TIMA) in Istanbul die Winterakademie „Manuscript Cultures in Exchange, Coexistence and Isolation“.

Mit der Winterakademie sollte die Forschung am CSMC in der Türkei bekannt gemacht und erste Kontakte zwischen Hamburger und türkischen Forscherinnen und Forschern aufgebaut werden. Außerdem ermöglichte die Winterakademie den Hamburger Wissenschaftlern einen Einblick in die reichen Archive und Bibliotheken Istanbuls. So besuchten die Teilnehmer der Winterakademie an den Vormittagen verschiedene manuskriptrelevante Institutionen in Istanbul, darunter das Archäologische Museum mit seiner reichen Sammlung an Keilschrifttäfelchen, die Abteilung für Buchrestaurierung und Archivierung des Präsidiums der Manuskriptgesellschaft der Türkei, das Sakıp Sabancı Museum, das Forschungszentrum für Islamische Geschichte, Kunst und Kultur (IRCICA), die Abteilung des Osmanischen Zentralarchivs der Generaldirektion der Staatsarchive des Ministerpräsidiums der Republik Türkei, die Handschriftensammlung der Universität Istanbul und das Museum für Türkische und Islamische Kunst.

An vier Nachmittagen fanden Workshops zu folgenden Themen statt:  (1) A Forgotten Galaxy Still Persisting?: Manuscript Cultures in Asia, Africa and Europe, (2) Historical Manuscripts under Scrutiny: Computer Based Tools and Material Analysis, (3) Manuscripts and Politics of Memory und (4) „Manuscript Cultures in Interaction“. Zum Rahmenprogramm der Winterakademie gehörten auch zwei Abendvorträge am Orient-Institut Istanbul. Michael Friedrich, Sprecher des CSMC, stellte neue Herangehensweisen und Fragestellungen der aktuellen Manuskriptforschung vor, und Ralf Martin Jäger (Universität Münster) präsentierte das von ihm geleitete Forschungsprojekt „Corpus Musicae Ottomanicae“ zu vorderorientalischen Musikhandschriften.Link:

Workshop: Manuscript Cultures of the Ottoman Empire

Verantwortlich: Aslıhan Gürbüzel, M.A. (Stipendiatin), Dr. Richard Wittmann, Prof. Dr. Raoul Motika

Veranstaltungsdatum: 6. – 7. Juni 2012

Hauptkooperationspartner: History Department at the University of California  & SFB 950 Manuskriptkulturen in Asien, Afrika und Europa, Universität Hamburg

Der international besetzte Workshop wurde in Kooperation mit dem History Department der University of California Los Angeles (UCLA) und dem Centre for the Study of Manuscript Cultures (SFB 950) an der Universität Hamburg durchgeführt. Die insgesamt zehn Vorträge beschäftigten sich mit einem weiten Themenfeld von Buch- und Bibliothekskultur bei den Osmanen über Schreibkultur bis hin zu einzelnen Manuskripten. Die Einbindung von in erster Linie Nachwuchswissenschaftler/-innen aus den USA, der Türkei und Deutschland war ein erster Schritt zum Aufbau eines Netzwerks zur Erforschung der osmanischen Manuskriptkultur. Das hohe Niveau der Beiträge, die zumeist auf laufenden Doktorarbeiten basierten, und der gut vorbereiteten Diskussion weist auf das gewachsene Interesse gerade an der Manuskriptforschung hin. Positiv war auch, dass die Veranstaltung in erster Linie der Initiative einer Stipendiatin des Instituts und Promovendin an der Harvard University zu verdanken war, die anschließend an ihren Istanbul-Aufenthalt durch die Vermittlung des OII auch mit einem Stipendium des SFB Manuskriptkulturen nach Hamburg gehen konnte, um Einblicke in die vergleichende Manuskriptforschung zu bekommen.

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