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Hundert Jahre Erster Weltkrieg

Hundert Jahre Erster Weltkrieg 2017-09-28T12:22:27+00:00

Hundert Jahre Erster Weltkrieg

Verantwortlich: Prof. Dr. Raoul Motika & Dr. Alexandre Toumarkine

Hauptkooperationspartner: Fritz Thyssen Stiftung

Laufzeit: Seit 2013

Die europäische und amerikanische Forschung zum Ersten Weltkrieg hat die osmanischen Kriegsschauplätze und die Entwicklungen im osmanischen Raum wie auch in Westasien bisher kaum berücksichtigt. Daher wurden die eigentlichen Dimensionen dieses Weltkriegs auch nicht angemessen verstanden. Dieser Forschungsschwerpunkt des OII soll dazu beitragen, die osmanischen Fronten ins Zentrum der weltweiten Kriegsforschung zu rücken, neue Fragestellungen aufzuwerfen und nationalistische Mythen auf der Basis aktueller Forschung kritisch zu hinterfragen.

Der Schwerpunkt umfasst mehrere forschungsorientierte Veranstaltungen in den Jahren 2013 bis 2018 wie die Thyssen Vorlesungen (2013–2018), die große Weltkriegskonferenz im April 2014 und weitere geplante und angedachte Konferenzen, u.a. eine gemeinsam mit der Thyssen Stiftung für 2018 avisierte internationale Konferenz und verschiedene Publikationsprojekte. Eigene Forschung zu Einzelaspekten ist ein weiterer wichtiger Beitrag des Orient-Instituts Istanbul zur internationalen Diskussion um Gründe, Verlauf und Auswirkungen des Kriegs auf die osmanischen Territorien und darüber hinaus. Dazu gehört die Mitarbeit des OII an der Online Encyclopedia of the First World War, an der A. Toumarkine als Sektionsherausgeber beteiligt ist.

Familienarchiv und Memoiren von Antoine Köpe

Verantwortlich: Prof. Dr. Raoul Motika & Dr. Alexandre Toumarkine in Kooperation mit Nefin Dinç (Regisseurin)

R. Motika und A. Toumarkine beschäftigen sich in Zusammenarbeit mit der Dokumentarfilmerin Nefin Dinç im Rahmen eines größeren Projekts mit den zehnbändigen Memoiren des aus Ungarn stammenden Istanbulers Antoine Köpe und dessen Familienarchiv. Antoine Köpe hinterließ reichhaltiges Material zu seinen Kriegserfahrungen, v.a. an der Palästinafront aber auch zur Besatzungszeit in Istanbul. Nefin Dinç bereitet mit unserer wissenschaftlichen Beratung dazu einen Dokumentarfilm vor. Außerdem werden die auf Französisch verfassten Memoiren derzeit unter Mitarbeit von Elsa Gignoux durch A. Toumarkine zur Edition vorbereitet. Des Weiteren sollen eine Monographie, mehrere Artikel und für 2018 eine Ausstellung im Research Center for Anatolian Civilizations (RCAC) vorbereitet werden.

Toumarkine, Alexandre; Öktem, Emre. „Will the Trojan War take place? Violations of the rules of war and the Battle of the Dardanelles (1915)”. International Review of the Red Cross. 2016. 1047–1064.

Toumarkine, Alexandre; Beşikçi, Mehmet. „Jay Winter ile bir Söyleşi: Cihan Harbi’ne Ulus-Aşırı bir Perspektiften Bakmak”. Toplumsal Tarih. 244, 2014. 42-47.

Toumarkine, Alexandre „L’invention permanente des soldats inconnus en Turquie“. François Cochet, Jean-Noël Grandhomme (Hrsg.). Les soldats inconnus de la Grande Guerre: la mort, le deuil, la mémoire. Saint-Cloud: Éd. Soteca 2012. S. 191-206.

Pera-Blätter zum Forschungsfeld

Pera-Blätter 30: Michael Ursinus, Sarajevo, an Ottoman city of many names and disputed history. Bonn 2015.

Pera-Blätter 31: Oliver Janz, Der Erste Weltkrieg als globaler Krieg. Bonn 2016.

Pera-Blätter 29: Jay Winter, The trans-national history of the Great War. Bonn 2015.

Pera-Blätter 27: Erik Jan Zürcher, What was different about the Ottoman war? Bonn 2014.

Pera-Blätter 25: Gerd Krumeich, Der Erste Weltkrieg: Vom Krieg der Großmächte zur Katastrophe Europas. Bonn 2014.

Internationale Konferenz: Not All Quiet on the Ottoman Front: Neglected Perspectives on a Global War, 1914-18

Verantwortlich: Prof. Dr. Raoul Motika & Dr. Alexandre Toumarkine unterstützt von Gülayşe Öcal-Schiweck, M.A.

Veranstaltungsdatum: 8.–12.04.2014

Hauptkooperationspartner: Tarih Vakfı

Diese Großkonferenz mit rund 80 Vorträgen wurde gemeinsam mit der Historischen Stiftung (Tarih Vakfı), einem unabhängigen Netzwerk von Historikern in der Türkei, zum 100-jährigen Ausbruch des Ersten Weltkriegs 2014 organisiert. Die Konferenz sollte vor allem im Bereich der neuen Militärgeschichte und in den Themenbereichen Kriegserfahrung, Kriegsorganisation sowie Kriegsdiskurs neue Maßstäbe für die Forschung zu den osmanischen Kriegsschauplätzen setzen. Die Veranstalter hatten sich daher zum Ziel gesetzt, den Fokus auf die osmanischen Fronten im Norden, Osten und Süden zu richten, die nationalen/nationalistischen Sichtweisen durch eine bewusst transnationale Ausrichtung aufzuweichen und die nicht-militärgeschichtlichen Aspekte in den Vordergrund zu stellen.

Ein ausführlicher Tagungsbericht von Zaur Gasimov findet sich unter: http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5410.

Thyssen Lectures 2013–2016: The Great War Beyond National Perspectives

Verantwortlich: Prof. Dr. Raoul Motika & Dr. Alexandre Toumarkine

Veranstaltungsdatum: 2013  ̶ 2016 (ein- bzw. zweimal jährlich)

Hauptkooperationspartner: Bosphorus University, Sabancı University, Istanbul Bilgi University & Tarih Vakfı

Unterstützt von: Fritz Thyssen Stiftung

Der Erste Weltkrieg als eine der großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts führte zum Zusammenbruch des Osmanischen Reichs wie auch anderer multiethnischer Imperien und zum Zerfall der alten politischen und wirtschaftlichen Ordnung. Das hundertjährige Kriegsjubiläum nahmen das Orient-Institut Istanbul und die Fritz Thyssen Stiftung in Kooperation mit führenden wissenschaftlichen Institutionen der Türkei zum Anlass, sich in einer international besetzten Vortragsreihe mit der Genese, dem Verlauf und den Folgen des „Großen Krieges“ zu beschäftigen. Die Vortragsreihe soll auch ein neues Licht auf die Entwicklung der auf den Trümmern des Krieges entstandenen Staaten wie der Türkischen Republik werfen. Im Rahmen der Thyssen Lectures haben zwischen 2013 und 2016 sechs international renommierte Weltkriegsforscher jeweils an einer der führenden Istanbuler Universitäten und an einer Universität außerhalb Istanbuls vorgetragen. Dabei arbeitet das OIl eng mit dem Tarih Vakfı zusammen. Die Fritz Thyssen Stiftung unterstützt mit der Finanzierung dieses Veranstaltungsformats das OII bei seiner Integration in die türkische Wissenschaftslandschaft.

Es fanden folgende Lectures statt:

Thyssen Lectures I

Prof. em. Dr. Gerd Krumeich, Universität Düsseldorf

Der Erste Weltkrieg: Vom Krieg der Großmächte zur Katastrophe Europas

  1. November 2013, Dokuz Eylül Üniversitesi (Izmir)
  2. November 2013, Sabancı Üniversitesi (Istanbul)

Pera-Blätter 25

Thyssen Lectures II

Prof. Dr. Jay Winter, Yale University

Understanding the First World War: A Transnational Moment in Historical Study

  1. April 2014, İstanbul Bilgi Üniversitesi

Pera-Blätter 29

Thyssen Lectures III

Prof. Dr. Oliver Janz , Freie Universität Berlin

The First World War in a Global Perspective

  1. November 2014, Boğaziçi Üniversitesi (Istanbul)
  2. November 2014, Abant İzzet Baysal Üniversitesi (Bolu)

Pera-Blätter 31

 

Thyssen Lectures IV

Prof. Dr. John Horne, Trinity College, Dublin

A Colonial Expedition? The French Soldiers’ Experience at the Dardanelles

  1. April 2015, Bilecik Şeyh Edebali Üniversitesi (Bilecik)

1915 and the “Totalizing Logic”of the First World War

  1. April 2015, Sabancı Üniversitsi (Istanbul)

 

Thyssen Lectures V

Prof Dr. Eugene Rogan, Oxford University

The Fall of the Ottomans: The Great War in the Middle East

  1. November 2015, Çukurova Üniversitesi (Adana)

Recruiting Prisoners: The Ottomans and the British in the First World War

  1. Dezember 2015, İstanbul Bilgi Üniversitesi (Istanbul)

Thyssen Lectures VI

Prof. Dr. Jörn Leonhard, Universität Freiburg

Empires, Nation States and Global Violence: The First World War in Perspective

  1. April 2016, Bilkent Üniversitesi (Ankara)
  2. April 2016, Boğaziçi Üniversitesi (Istanbul)

Ausstellung ”Il est bon de respirer loin des balles et des canons”

Verantwortlich: Dr. Alexandre Toumarkine

Veranstaltungsdatum: 2014

Hauptkooperationspartner: Institut français d’Istanbul

In Kooperation mit dem Institut Français d’Istanbul (IFEA) kuratierte das Orient-Institut Istanbul die Ausstellung  ”Il est bon de respirer loin des balles et des canons” („Fern der Kugeln und Kanonen lässt sich gut aufatmen“), die zunächst im Institut Français d’Istanbul (IFI) und später in Bursa, Ankara, Bozcaada und Izmir gezeigt wurde. Die Ausstellung thematisiert die Erfahrungen französischer Soldaten während der Schlacht von Gallipoli, die sie auf Postkarten festgehalten haben. Durch diese Schriftstücke ist ein sehr persönlicher Einblick in die Geschichte der einfachen Soldaten, den Beziehungen zu ihren Familien und Freunden und ihrer ganz eigenen Wahrnehmung des Krieges möglich.

Ottoman Painting and Painters During the First World War

Verantwortlich: Gizem Tongo-Overfield, M.A. (University of Oxford)

Unterstützt von: OII (Postdoc-Stipendium, 15.10.2015–15.04.2016)

World War I and the Armenian Catastrophe: The Politics of the Archive, Fiction and Auto-/ Biographies in Turkey

Verantwortlich: Dr. Hülya Adak (Sabancı-Universität Istanbul)

Unterstützt von: OII (Postdoc-Stipendium, 01.10.2011–30.05.2012)

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