Individuelle Forschungsprojekte

 

Prof. Dr. Raoul Motika,  Die Motorradkultur der Türkei 


Prof. Dr. Raoul Motika in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Christoph Herzog. Universität BambergBuchprojekt: Geschichte der Republik Türkei

Gastwissenschaftlerinnen und –wissenschaftler

Jannis Julien Grimm (Doktorand der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies/BGSMCS, Freie Universität Berlin)

Gastaufenthalt in Istanbul: September 2016 - Dezember 2016

 

Die Sprache der Revolution im Wandel: Umkämpfte Narrative und affektive Diskurse in Ägypten post-2011

 

Was machte die hochemotionalen Massenproteste in weiten Teilen der arabischen Welt 2011 so erfolgreich, dass sie den eingespielten Repressionsapparaten widerstehen konnte? Welche affektiven Narrative vermochten es, nicht nur Aktivisten, sondern auch sonst eher politikferne Menschenmengen zu mobilisieren? Und wie tragen eben diese innovativen Diskurse von Revolution und Regimewandel heute, fünf Jahre nach dem Beginn des „Arabischen Frühlings,“ dazu bei, postrevolutionäre Regime zu stabilisieren?

Der stetige Wandel innerhalb politischer Legitimationsdiskurse, die um eine Reihe umkämpfter Begriffe – Nation, Revolution, Glaube, Sicherheit, Stabilität, Gerechtigkeit, u.a. – kreisen, steht im Zentrum von Jannis Grimms Projekt. Am Beispiel Ägyptens erforscht er einerseits, wie es oppositionellen Gruppen gelingt, über diskursive Strategien und symbolische Interaktion eingespielte Narrative zur Legitimation von politischer Herrschaft herauszufordern. Die Unterwanderung hegemonialer Herrschaftsdiskurse schafft dabei immer wieder Fenster für politische Mobilisierung. Gleichzeitig untersucht die diskurstheoretisch an Ernesto Laclau und Chantal Mouffe angelehnte Arbeit, wie sich auch reaktionäre Kräfte erfolgreich der affektiven Symbolsprache der 2011er Revolution bedienen, um repressive Politiken auf den Weg zu bringen, und wie sie dadurch das diskursive Feld langfristig prägen.

 

 

Publikationen:  https://bgsmcs.academia.edu/JannisJulienGrimm