Stellvertretender Direktor

 

Dr. Richard Wittmann

Tel:  +90-212 293 60 67
wittmann@remove-this.oidmg.org

Zur Person

 

Im Mittelpunkt der Forschungsinteressen von Richard Wittmann steht die Rechts- und Sozialgeschichte des Osmanischen Reichs von seinen Anfängen bis zur Gründung der Republik Türkei.

 

Besonderes Augenmerk gilt hierbei der Entwicklung des islamischen Rechts und der rechtlichen Praxis im Osmanischen Reich, der Nutzung islamischer Rechtsinstitute durch Nichtmuslime, Fragen der Identität im osmanischen Vielvölkerstaat, sowie der Berücksichtigung von Selbstzeugnissen als historische Quellen für das Studium des Osmanischen Reichs, insbesondere im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

 

Richard Wittmann gehört dem Orient-Institut Istanbul seit 2008 an, zunächst als wissenschaftlicher Referent, und seit 2011 in seiner derzeitigen Funktion als Stellvertretender Direktor.

 

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften, Islamwissenschaft und Turkologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Freien Universität Berlin, promovierte Richard Wittmann 2008 in den Fächern Geschichte und Nahostwissenschaften an der Harvard-Universität mit einer Dissertation mit dem Titel „Before Qadi and Grand Vizier: Intra-Communal Dispute Resolution among Christians and Jews in the Plural Society of 17th Century Istanbul”.

 

Am Orient-Institut Istanbul betreut Richard Wittmann das Forschungsfeld „Selbstzeugnisse als Quellen zur Geschichte des späten Osmanischen Reichs am Beispiel Istanbuls“Mithilfe von eigenen und als Herausgeber von Dr. Wittmann betreuten Publikationen wird angestrebt, die im Vergleich zu anderen Weltgegenden noch rudimentäre Selbstzeugnisforschung zu dieser Region voranzutreiben, indem Primärquellen erstmals erschlossen, ediert, oder zum Gegenstand von wissenschaftlichen Abhandlungen gemacht werden. Zwei neu begründete Publikationsreihen Memoria und Individual and Empire in the Near East (Mithrsg.: Christoph Herzog), die von Richard Wittmann editorisch betreut werden, stellen hierfür eigene Publikationsmöglichkeiten zur Verfügung. Einen weiteren wichtigen Bestandteil der Tätigkeiten im Rahmen dieses Forschungsfeldes bildet der Aufbau und die Koordination eines internationalen und interdisziplinären Forschungsnetzwerks zur Selbstzeugnisforschung für den östlichen Mittelmeerraum in osmanischer Zeit.

 

Forschungsinteressen

  • Islamische Rechtsgeschichte und Rechtspraxis im Osmanischen Reich
  • Selbstzeugnisforschung
  • Muslime und Nichtmuslime im osmanischen Vielvölkerstaat
  • Sozialgeschichte des Osmanischen Reichs
  • Istanbul im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert 

 

Laufende Forschungsprojekte

 

Istanbul Memories Project

 

Buchprojekt: „Istanbuler Juden vor Gericht – der Bezirk Hasköy vom 17. – 20. Jahrhundert“ (mit Yaron Ben Naeh, Jerusalem)

 

 

Den Link zur Podiumsdiskussion „Recht, Kultur, Rechtskultur. Der Einfluss kultureller Vielfalt auf die Rechtsentwicklung” (Geisteswissenschaften im Dialog, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, 29.4.16) finden Sie hier.