Gastwissenschaftler / Assoziierte Wissenschaftler

 

Gastwissenschaftlerin

 

Zsófia Turóczy

Doktorandin der Universität Leipzig

Freimaurernetzwerke zwischen Ungarn und dem Osmanischen Reich: Eine Geschichte von mobilen Akteuren, wandernden Ideen und Elitenrekrutierung in Zeiten der Nationsbildung (19./20. Jahrhundert)

Die Freimaurerei, als eine elitäre oder gar arkane Organisation, zog zahlreiche Intellektuelle an, vor allem solche, die liberal und reformorientiert eingestellt waren. So haben die Freimaurer in ihrer Blütezeit ‒ in der zweiten Hälfte des 19. und in der ersten des 20. Jahrhunderts ‒ in Osteuropa und teilweise im Mittelmeerraum auch die Politik mitbestimmt. In dieser Hinsicht ist ihre Geschichte Teil der Elitengeschichte. Genauso ist sie aber auch Teil der neuzeitlichen Verflechtungsgeschichte, da die Stärke und das Wesen der Freimaurerei in ihrer Selbstorganisation und Netzwerkbildung auf lokaler, nationaler aber auch auf internationaler Ebene bestand. Diese Netzwerkbildung erfolgte über offizielle und inoffizielle Kanäle.

Aus den Verbindungen zwischen Freimaurern verschiedener ethnischer, religiöser und nationaler Zugehörigkeit sowie zwischen den unterschiedlichen Logen und Großlogen entstanden neue territoriale Räume, die als eine Art gemeinsamer Handlungs- und Transferraum funktionierten und ideelle Motivationen, pragmatische Triebkräfte und Konflikte widerspiegelten. Das Projekt fragt danach, inwieweit sich solch ein spezifischer Raum zwischen den ungarisch-osmanischen Freimaurernetzwerken rekonstruieren lässt und ob dieser Raum als ein internationales, intellektuelles und reformorientiertes Elitennetzwerk verstanden werden kann. Im Fokus stehen die wechselseitig verschränkten Denkweisen und Handlungsräume, transnationale und transimperiale Akteure, Institutionen und Ideen. Dazu werden die aus den Beziehungen zwischen den Organisationen und den persönlichen Netzwerken der Akteure entstandene Überschneidungen und Knotenpunkte freigelegt sowie die habituellen Praktiken aufstrebender Eliten im nationalen und transimperialen Kontext erforscht und interpretiert.

E-Mail: zsofia.turoczy@remove-this.uni-leipzig.de

 

Assoziierte Wissenschaftler/-in

 

Dr. Malek Sharif

Münster

Assoziiert mit dem Forschungsfeld Selbstzeugnisse als Quellen zur Geschichte des späten Osmanischen Reichs am Beispiel Istanbuls

malek.sharif@remove-this.gmx.de

 

Dr. Sara Nur Yıldız

Istanbul

Assoziiert mit dem Forschungsfeld Religionsgeschichte Anatoliens

saranuryildiz@remove-this.gmail.com